Lissabon Kurztrip

Städtetrip nach Lissabon – unsere Erfahrungen

Was haben wir uns auf den Städtetrip nach Lissabon gefreut, endlich mal etwas Sonne tanken, durch enge Gassen schlendern und den Tejo entlang laufen. Leider wurden wir Anfangs sehr enttäuscht, lediglich die letzten Stunden vor unserem Rückflug konnten unsere Meinung über Lissabon etwas verbessern. Warum es uns so geht erfährst du hier.

Lissabon am Abend – die ersten Stunden nach der Landung

Nachdem wir gelandet & in unserem Hotel eingecheckt hatten, wollten wir gemütlich am Tejo entlang schlendern. Daher nahmen wir den direkten Weg von unserem Hotel in Bairro Alto Richtung Ufer. Wie wir feststellen mussten kommt man von dort jedoch garnicht an eine Promenade. Jedenfalls nicht wenn man wie wir richtung Westen läuft. So läuft man nur mehrere Kilometer Zuggleise entlang, da es keinen Überweg an die Uferseite gibt. Leider war auch nichts ausgeschildet, und so mussten wir zu einem späteren Zeitpunkt festellen das man nur vom Praca do Comércio oder aus Belém an eine Promenade gelangt, dazwischen liegt der Industriehafen. Naja so waren die ersten Stunden jedenfalls für die Katz.

Später wollten wir schonmal einen kurzen Blick in die engen Gassen von Alfama werfen. An sich ist es sehr schön in diesem Viertel. Leider scheint die Stadt nicht mit dem vielen Müll klar zu kommen. Es lagen überall Müllsäcke, leere Bierflaschen etc. herum und dementsprechend roch es auch.

Angekommen im Drogen-Milieu?

Eigentlich ist Chiado doch die Einkäuferzone, mit vielen Geschäften & Restaurants, oder?

Nachdem wir allein am ersten Abend 5 mal gefragt wurden ob wir Kokain & Co. benötigen hatten wir jedoch eher das Gefühl im Drogensumpf angekommen zu sein.

Wir waren lange nicht mehr an einem Ort wo wir uns bereits nach wenigen Stunden wieder nach Hause wünschten. Lissabon hat’s geschafft. Wirklich!

Der erste Morgen – ein Samstag in Lissabon

Bereits als wir Morgens aus dem Fenster sahen konnten wir uns das nächste Mal aufregen. Scheiß Wetter! Wochenlang vor unserer Reise herrschte hier super Sommerwetter & nach unserer Reise war ebenfalls wieder super Wetter angekündigt. Und wir erwischten einen Regentag, na super! Und wieder lag überall auf den Plätzen und den Gassen Müll herum. Schön ist anders!

Lag wohl auch daran das irgendwie ganz Frankreich hier im Urlaub war. Eigentlich sollte es hier recht leer sein, da die Portugiesen alle selbst im Urlaub sind.

Schlecht gelaunt stellten wir uns also an die Starthaltestelle der Electrico 28 an, der berühmten alten Bahn, die durch Alfama fährt. Zwar mussten wir hier eine Stunde anstehen, aber wenigstens hatten wir hier mal freies Wlan, das gab es sonst nirgends in der Stadt. Zumindest keines das auch funktionierte.

Die Fahrt mit der 28E war eigentlich ganz schön, leider mussten wir stehen, da bereits alle Sitzplätze belegt waren. So konnten wir also nur wenig erkennen, außer wir bückten uns um aus dem Fenster zu schauen.

Die Pastéis de Nata

Die kleinen Blätterteig-Törtchen sind mit Pudding aus Eiern und Sahne gefüllt und schmecken am besten warm und mit Zimt bestreut. Die kleinen Törtchen schmecken ganz gut, keine Frage. Mit einem Preis zwischen 0,80-1,50€ pro Küchlein sind sie auch nicht sehr teuer. Aber von dem ihnen nachgesagten „göttlichen Geschmack“ sind sie meiner Meinung nach weit entfernt. Für solche „Kuchen-Snobs“ wie uns braucht es etwas mehr, damit wir in überschwängliche Begeisterung geraten.

Bunte Kachlekunst

Die Azulejos oder die bunten, meist von Hand bemalten, Kacheln sind eins der bekanntesten Wahrzeichen von Lissabon. Sie zieren die Fassaden von vielen öffentlichen Gebäuden und sind auch sonst in allen möglichen Formen, unter anderem auch als Touristensouvenirs, zu finden. In der Tat machen die Kacheln die wir überall in der Stadt entdecken konnten schon etwas her, am besten fanden wir sie, wenn sie schon etwas abgenutzt waren.

Belém & die Ponte 25 de Abril

In Belém gibt es imposante Bauwerke und sehr bekannte Wahrzeichen der Stadt, die wir uns jedoch nur von Außen ansahen. Bis auf Castelo de São Jorge sind Torre de Belém, Padrão dos Descobrimentos, Mosteiro dos Jerónimos und Ponte 25 de Abril alle sehr dicht beieinander und können wunderbar innerhalb eines ausgedehnten Spazierganges abgeklappert werden. Die Padrão dos Descobrimentos war leider komplett hinter einem Gerüst versteckt, somit war an schöne Fotos hier nicht zu denken. Generell prägten während unseres Besuchs in Lissabon jede Menge Baukräne & Baustellen das Bild. Einen Aussichtspunkt, Miardouro genannt, von der aus man Fotos ohne Kräne im Panorama zu haben mussten wir erst noch finden.

Durch das Schlechte Wetter war uns auch eine schöne Sicht auf die Brücke Ponte 25 de Abril vergönnt.

Lissabons Graffiti-Kunst…

war meistens eher Graffiti-Schmiererei. Graffiti-Kunst bringt oft die urbane Verwahrlosung noch stärker zur Geltung, verleiht aber manchen Plätzen eine besondere Atmosphäre des Verlassenseins. Im Falle von Lissabon handelt es sich aber meistens nur um lieblos aufgesprühte Zeichen, die das Stadtbild erheblich verschlechtern und die Straßen schmuddelig und heruntergekommen aussehen lassen. Klar waren auch schöne Exemplare dabei, wer aber wirklich schönes Graffiti’s sehen will sollte lieber London besuchen.

 

Mal was Positives

Drei Plätze haben unsere Meinungen über Lissabon noch etwas gerettet.

Castelo de São Jorge

Die Festung hoch über Lissabon bietet bei gutem Wetter ein schönes 360° Panorama über Lissabon. Der Eintritt ist es auf jeden Fall Wert, im Vergleich zu anderen Ecken Lissabons.

Miradouro de São Pedro de Alcântara

Diese Miradouro bietet ebenfalls einen schönen Blick auf Lissabon, vor allem mal fast ohne Baukräne.

Der Park oberhalb des Praca Marques de Pombal

Von hier aus kann man bei schönem Wetter bis hinunter zum Ponte schauen.

ps.

Zieht euch Rutschfeste Schuhe an. Viele Bürgersteige sind durch die Glatte Oberfläche (welche übrigens bei Sonnenschein auch noch extrem blenden kann) extrem Rutschig. Vor allem bei Regen verwandeln sich die Bürgersteige in wahre Rutschbahnen. Die Kombination von Wasser und schmierigem Dreck, der sich auf den Bürgerteigen und Straßen über Monate hinweg angesammelt hatte, sorgte unweigerlich dazu dass alles glitschig war.

Fazit

Irgendwie hatten wir uns Lissabon gepflegter, prachtvoller, netter & schöner vorgestellt, als wir uns dieses Ziel ausgesucht hatten.

Und was hast du für Erfahrungen mit Lissabon gemacht?

 

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Du brauchst noch mehr Lesestoff über Lissabon?

 

 

15 Antworten
  1. Sophia
    Sophia says:

    Wie doof, dass Ihr so ein Pech mit Lissabon hattet. Ich war bereits zwei Mal dort und liebe die Stadt sehr. Ich hatte allerdings auch beide Male super Wetter und das im Februar und im Mai. Bei Regen ist natürlich jede Stadt eher trist. Natürlich ist Lissabon etwas „heruntergekommen“, was für mich aber auch irgendwie den Charme der Stadt ausmacht. Müll auf den Straßen finde ich da allerdings auch nicht angebracht – damit hatten wir auch keine Probleme. Vielleicht ist das besonders in der Hauptsaison ein Problem?!
    Liebste Grüße
    Sophia
    http://miss-phiaselle.com/

    Antworten
  2. Christian
    Christian says:

    Hi Sophia,

    freut uns, dass du Glück mit der Stadt hattest. Wir werden so schnell nicht wieder hinfliegen. Glauben auch das es an der Hauptsaison liegt, es waren einfach zu viele Menschen dort unterwegs. Obwohl die Mitarbeiter der Müllentsorgung schon sehr gemächlich zu Gange waren, als wir mal einen gesehen haben 😀

    Antworten
  3. Lynn
    Lynn says:

    Das tut mir echt leid mit Lissabon. Ich war letztes Jahr für eine Woche im August da und habe es geliebt. Bei regen ist es natürlich immer doof… Das stimmt schon. Aber ansonsten gibt es so viele tolle Dinge zu erleben. Empfehlenswert ist zB eine Fahrt auf die andere Seite des Tejo nach Almada. Der Ort ist sehr ruhig und verschlafen. Dafür gibt es an der Ufepromenade zwei wunderschöne Restaurants mit noch schöneren Blick auf Lissabon. Auch die LX Factory auf halbem Weg zwischen der Innenstadt und Belém ist super.
    Das mit den Pasteis kann ich übrigens auch gut verstehen. Ich hätte mich nie dafür angestellt 😀 bei uns gab es die morgens im Hotel und da habe ich schon gemerkt, das ich die Dinger gar nicht mag. Ich glaube das ist so eine Sache, die sich über die Jahre hoch geschaukelt hat. Genau wie mit der Tram. Das fand ich auch nicht unbedingt spektakulär.

    Liebe Grüße,

    Lynn

    Antworten
    • Christian
      Christian says:

      Hi Lynn,

      so ist es wohl mit den Tipps (Pasteis & 28E) die von Blog zu Blog übernommen werden 😀
      Unsere nächsten Trips gehen wieder in die Natur, das liegt uns wohl eher als Städtetrips 🙂

      Viele Grüße

      Antworten
  4. Caro
    Caro says:

    Huhu ihr 2!

    Puh, also ich war beim Lesen teilweise echt am Überlegen, ob wir wohl in der gleichen Stadt waren? 😀

    Lissabon ist sooo wunderschön (ich war gerade im März für eine Woche dort), da muss ich jetzt einfach mal auf ein paar eurer Punkte eingehen:
    – das mit dem Müll muss wirklich an der Hochsaison gelegen haben: Im März gab es jedenfalls keinen und ich war oft sogar erstaunt, wie sauber die Stadt ist!
    – Drogen wurden mir nur in der belebten Einkaufsstraße angeboten – allerdings auch nur Marihuana, kein Koks ;D
    – die Pastéis de Nata fand ich wirklich suuuperlecker: Ich hätte mich auch niemals 1-2 Stunden dafür angestellt, aber eine Hostelmitbewohnerin hat mir eine abgegeben und JA, sie hat echt noch 1000x besser geschmeckt als die, die man in der Stadt überall bekommen kann 😉
    – scheinbar habt ihr die richtige Graffiti-Kunst verfehlt: Wir haben bei zwei Street Art Touren so viele geniale Kunstwerke gesehen, das war echt unglaublich!

    Meiner Meinung nach solltet ihr der Stadt irgendwann nochmal eine Chance geben 🙂

    Schöne Grüße,
    Caro

    PS: Wer Natur und Schlösser mag, sollte auf jeden Fall einen Tag für einen Ausflug nach Sintra fahren 🙂
    http://lebenalacarte.de/burgfraeulein-fuer-einen-tag-ausflugsziele-in-der-region-sintra/

    Antworten
    • Christian
      Christian says:

      Hi Caro,

      als Lissabon direkt reizt uns nicht nochmal. Aber das Umland mit Sintra, Cabo da Roca oder eine Tour entlang der Küste bei Cascais wäre vielleicht nochmal interessant 🙂

      Vielen Dank für den Link 😉

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  5. Hans-Georg
    Hans-Georg says:

    Wir waren kürzlich zum 2. Mal im Rahmen einer Kreuzfahrt in Lissabon. Wir haben wieder festgestellt, dass das nicht „unsere Stadt“ ist.
    Müll in den engen Gassen haben wir nicht gesehen und die berühmten Pasteis schmecken auch nicht anders als in Hamburg.
    Die vielen Kräne sehe ich eher positiv. Portugal hatte ja auch extreme wirtschafliche Schwierigkeiten. Wenn da jetzt investiert wird, kann das ja nicht verkehrt sein. In den letzten 2 Jahren hat sich einiges positiv verändert: Viele verkommene Häuser sind bzw. werden liebevoll restauriert. Das ist uns besonders in Porto aufgefallen, übrigens eine Stadt, die viel charmanter daherkommt als Lissabon.
    Lissabon + Porto (und anderes) 2014:
    http://queergedacht.de/2014/10/mein-schiff-1-hamburg-trifft-mallorca/
    Lissabon + Porrto (und anderes) 2016:
    http://queergedacht.de/2016/08/mein-schiff-1-westeuropa-mit-lissabon-teil-2

    Antworten
    • Christian
      Christian says:

      Hallo Hans-Georg,

      vielen Dank für die Verlinkung zu deinen Beiträgen. Werden wir uns bei Gelegenheit mal durchlesen ;).

      Stimmt, in der Hinsicht sind die Baukräne natürlich positiv. Uns haben die ganzen Baustellen aber irgendwann nur noch genervt.

      Antworten
  6. Marion
    Marion says:

    Wir fanden Lissabon und auch Porto wunderschön. Vor allem die Fado Musik und die Jazz Bars und das Holzaroma im Wein haben mich hier überzeugt! Natürlich gepaart mit schönem Wetter im Februar. Aber bei uns ist das auch schon 1 bis 2 Jahre her. Aber vielen Dank für deine No Go Tipps… die sind ja auch Gold wert, fürs nächste Mal! Marion von Geschichten von unterwegs.

    Antworten
  7. Nina
    Nina says:

    Wir waren letztes Jahr im November in Lissabon und fanden es sehr schön. Das Wetter war ganz ok für November und die tolle Aussicht überall, hat uns gerockt.

    Du hast aber mit den rutschigen Fußwegen meien volle Zustimmung! Das war soooo rutschig. Und wir hatten eine Taschendiebe Invasion. Aber insgesamt aht es uns toll gefallen. Lies doch mal, vielleicht können wir euch doch nochmal begeistern udn ihr gebt der Stadt noch eine Chance:

    http://www.karl-reist.de/lissabon-sehenswuerdigkeiten-erster-tag/
    http://www.karl-reist.de/linie-28-strassenbahn-lissabon-altstadt/

    Antworten
    • Christian
      Christian says:

      Hi Nina,

      werden uns die Berichte auf jeden Fall mal durchlesen. Das wir Lissabon noch eine Chance geben kann ich nicht versprechen :p

      Grüße
      Christian

      Antworten
  8. Anneli
    Anneli says:

    Tja, so läufts leider manchmal….schade.

    Ich war ein einziges mal in Lissabon, 1999, und habe auch schlechte Erfahrungen gemacht. Ich war mit einer Reisegruppe dort, und die portugisische Reiseleiterin warnte uns non-stop, wie gefährlich und kriminell doch alles sei, und dass wir bloss nicht alleine rumlaufen sollen, sondern am besten gleich ganz im Hotel bleiben. Das hat schon mal für ein beachtliches Grund-Unwohlsein gesorgt.
    Am ersten Abend habe ich mir dann eine heftige Lebensmittelvergiftung zugezogen, woraufhin ich den Rest der Lissabon-Reise krank im Bett lag. Seitdem hatte ich keine Lust mehr auf Portugal und bin nie wieder hingefahren…denke aber immer, dass ich der Stadt nochmal ’ne Chance geben sollte.

    VG,
    Anneli

    Antworten
    • ChrisCat
      ChrisCat says:

      Ja, wir wurden am ersten Abend auch gleich angesprochen. Da gingen die Hände von uns auch gleich automatisch an unsere Portmonais.
      Das Essen war eigentlich ganz ok 🙂

      Antworten
  9. Paleica
    Paleica says:

    ohje ohje, das klingt ja wirklich nicht sehr begeistert. also ich muss sagen, dass ich in lissabon auch erstmal einen kleinen kulturschock hatte, wie heruntergekommen viele häuser waren und dass es doch irgendwie sehr ärmlich gewirkt hat. aber man darf nicht vergessen, dass die wirtschaftskrise das land schon ziemlich getroffen hat und viele leute da wirklich nicht soviel geld haben. es fühlte sich interessanterweise auch erstaunlich fremd an, viel fremder als spanien, italien, frankreich oder griechenland – zumindest, was ich sonst von südeuropa kenne. ab dem zweiten tag hat es uns aber dann schon sehr gut gefallen, die vielen verkachelten häuserfassaden, das leckere essen, die tolle brücke und die hübschen straßenbahnen.

    Antworten
    • ChrisCat
      ChrisCat says:

      Hey Paleica,

      wir können uns auch gut vorstellen, dass die Stadt sehr schön sein kann. Aber der ganze Dreck war einfach zu viel…Hatten erst gedacht die Müllentsorgungen etc. haben frei, aber wir haben hier und da mal welche rumfahren sehen. Wirklich Müll aufgesammelt hatten die dann aber auch nicht.

      Antworten

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